Systemelemente des Umweltmanagements nach ISO 14001

Die fünf Systemelemente

1.Umweltpolitik
2.Planung
3.Implementierung und Durchführung
4.Kontroll- und Korrekturmaßnahmen
5.Bewertung durch die oberste Leitung

 

Umweltpolitik
In der Umweltpolitik werden die umweltrelevanten Leitlinien des Unternehmens beschrieben, in denen sich das Unternehmen verpflichtet, die Umweltleistung aufrechtzuerhalten und soweit wie möglich zu verbessern. Zusammengefasst stellen die Leitlinien der Umweltpolitik die unternehmensbezogenen umweltrelevanten Handlungsgrundsätze im Umweltmanagement dar. Die Umweltpolitik ist somit die übergeordnete Strategie des Unternehmens für das Umweltmanagement und kann als treibende Kraft für die Umsetzung und Verbesserung des Umweltmanagementsystems verstanden werden. Die Umweltpolitik muss durch die oberste Leitung festgelegt und verabschiedet werden. Durch diese Verankerung im obersten Management wird der hohe Stellenwert der Umweltpolitik unterstrichen. Die verabschiedete Umweltpolitik muss allen Mitarbeitern und interessierten Kreisen bekanntgemacht werden. Es muss dafür gesorgt werden, dass die Umweltpolitik auf Anfrage intern und extern verbreitet werden kann. In der Umweltpolitik muss auch die Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung und Vermeidung von Umweltbelastungen sowie zur Einhaltung der relevanten gesetzlichen Umweltbestimmungen enthalten sein.

Planung

Das Systemelement »Planung« umfasst Verfahren zur Ermittlung von umweltrelevanten Aspekten sowie Verfahren bei der Ermittlung der gesetzlichen und anderen Forderungen. Es werden die Zielsetzungen und Einzelziele sowie die zugehörigen Umweltmanagementprogramme festgelegt.

Durchführung und Implementierung
Festlegen der Strukturen, Abläufe und Verfahren sowie die entsprechenden Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege, eingeführen und dokumentieren. Folgende Themen zu betrachten: - Organisationsstrukturen und Verantwortlichkeiten - Schulung, Motivation, Bewusstseinsbildung - Interne und externe Kommunikationswege - Dokumentation für das Umweltmanagement - Notfallvorsorge und Notfallmaßnahmen


Kontroll- und Korrekturmaßnahmen
Die zwei Arten von Kontrollverfahren: Zum einen werden umweltrelevante Abläufe und Verfahren laufend geprüft, zum anderen wird die Funktionsfähigkeit des gesamten Systems durch Umweltmanagementsystem-Audits geprüft. Es werden Verfahren festgelegt und umgesetzt, mit denen wichtige Aspekte umweltrelevanter Tätigkeiten und Arbeitsabläufe regelmäßig erfasst, überwacht und dokumentiert werden. Werden durch die Kontrollverfahren Abweichungen von der Umweltpolitik, den Zielen oder festgelegten Verfahren festgestellt, müssen Korrektur- oder Vorsorgemaßnahmen ausgelöst werden. Das Umweltmanagementsystem-Audit prüft die Funktionsfähigkeit des Systems, indem es die ordnungsgemäße Implementierung, Aufrechterhaltung und Dokumentation testet. Weiterhin soll das Audit feststellen, ob das Umweltmanagementsystem den selbst gesetzten Forderungen sowie den Forderungen der ISO 14001 entspricht. Die Durchführung der Umweltmanagementsystem-Audits kann durch interne oder externe Personen erfolgen.

Bewertung durch die oberste Leitung
Die oberste Leitung bewertet das Umweltmanagementsystem in regelmäßigen Abständen. Hierdurch sollen die Eignung, die Angemessenheit und die Wirksamkeit des Systems gewährleistet werden. Das Verfahren der Bewertung sorgt dafür, dass vorab die nötigen Informationen erhoben werden müssen und ist somit ein sinnvolles Kontrollinstrument für die Funktionsfähigkeit des Umweltmanagementsystems


Die Einführung eines Umweltmanagementsystems gemäß DIN EN ISO 14001 ist Bestandteil der EMAS II (Anhang I, Teil A). Die Anforderungen der EMAS II liegen aber gerade in Bezug auf "legal compliance" und "Verbesserung der Umweltleistung" über den Anforderungen der ISO 14001.

Alle Organisationen können sich an EMAS II beteiligen:
"An EMAS kann sich jede Organisation beteiligen, die ihre Umweltleistung verbessern möchte"
Die EMAS-Handhabung wurde vereinfachen und damit wird auch die Attraktivität des Systems erhöhet. Damit passt sich die EMAS II an die DIN EN ISO 14001 an. Die Frage, welche Einheit als Organisation in das EMAS-Verzeichnis eingetragen werden soll, wird mit dem Umweltgutachter und ggf. mit den zuständigen Stellen abgesprochen. Die kleinste in Betracht zu ziehende Einheit ist im Normalfall der Standort.

Berücksichtigung indirekter Umweltaspekte
Bei den Unternehmen sind neben den direkten Umweltauswirkungen der Unternehmenstätigkeit am Standort auch die indirekten Umweltauswirkungen durch Produktion von Rohstoffen und Vorprodukten bei Zulieferern (vorgelagerte Stufen) bzw. Nutzung und Entsorgung von Produkten und Dienstleistungen durch Kunden (nachgelagerte Stufen) relevant. Diese sind aber nur insoweit zu berücksichtigen, als Produkte die Umweltauswirkungen der Unternehmenstätigkeit am jeweiligen Standort prägen. Poduktökologie und indirekte Umweltauswirkungen sind insbesondere bei Dienstleistungsunternehmen relevant.

So zum Beispiel bei Einzelhandelsunternehmen, Reiseveranstalter, Unternehmen der Verkehrsvermittlung sowie für kommunale Verwaltungen, bei denen nicht nur die direkten Umweltauswirkungen durch Ressourcenverbrauch und Emissionen, sondern auch durch das Produkt 'Verwaltungsentscheidung' relevant sind.
Im Anhang VI der EMAS II wird deshalb unterschieden in direkte und indirekte Umweltaspekte, die durch das Unternehmen ermittelt werden müssen und als Grundlage für die Festlegung von Umweltzielen und -programmen dienen sollen.

Jährliche Validierung der Umwelterklärung
Die jährliche Validierung der Umwelterklärung wird aus den Kontrollmechanismen der ISO 14001 übernommen. Dabei ist zu beachten, dass die Umweltgutachter während der jährlichen Kontrollen nur die jeweils geänderten Umweltaspekte überprüfen. Von der Häufigkeit der Aktualisierungen kann abgewichen werden, insbesondere bei kleinen Unternehmen und wenn es keine Änderungen beim Betrieb des Umweltmanagementsystems gibt. Es ist aber sicherzustellen, dass innerhalb von 36 Monaten alle Umweltaspekte des Unternehmens der Prüfung unterzogen wurden.
Die jährlichen Managementreviews, wie sie nach ISO 14001 gefordert werden, werden ebenfalls für EMAS II übernommen.

Stärkere Beteiligung der Mitarbeiter
Die Beteiligung der Mitarbeiter ist bereits in der DIN EN ISO14001 enthalten. Ergänzend zu den Anforderungen der ISO sind in den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung der Organisation die Arbeitnehmer einzubeziehen. Dazu wird im Anhang I, Teil B der EMAS II ("Fragen, auf die an EMAS teilnehmende Organisationen eingehen müssen") nochmals speziell hingewiesen. Als Möglichkeiten sind hier projektbezogene Gruppenarbeiten oder Umweltausschüsse genannt.

 

 

 

 

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